Ein BeerLao bitte!

Hallo,

 

wir waren die letzten Tage in Laos oder wie man hier sagt in Lao. Ich persönlich hatte vor unserer Reise überhaupt keine Vorstellung von Lao, außer das es hier Elefanten geben soll, viele Mönche und die dazugehörigen goldenen Tempel. 

Wir landeten am 20. Juni in Luang Prabang, einer kleinen Stadt im Norden von Lao flankiert vom mächtigen Mekong. Wir wurden freundlich an der Passkontrolle begrüßt, in dem man uns auf einem Plakat aufzeigte, wieviel man für die Einreise zahlen solle. Auf dem Plakat bzw. auf der Preistafel war wirklich jedes Land der Erde vertreten; hinter jedem Land stand immer der dazugehörige Preis. Für uns deutsche kostet die Einreise jeweils 30$. Man konnte das ganze auch nur in US Dollar begleichen, zum Glück hatten wir das vorher schon gelesen. Zu den 30$ kamen noch eigenwillige „Service-Pauschalen“ der Grenzbeamten. Wir mussten z.B. einen Dollar extra zahlen, weil es draußen schon dunkel war während unserer Einreise. Diese „Service-Pauschalen“ sind vermutlich von der Laune der Beamten abhängig. Der US-Amerikaner vor uns hatte z.B. kein Passbild für das Visum und keine US-Dollar für die Einreise. Kein Passbild ist aber plötzlich kein Problem mehr, wenn man nochmal einen Dollar „Bearbeitungsgebühr“ in den Pass legt. Dafür wird dann das Passbild aus deinem Ausweis kopiert. 

Nach der freundlichen Einreise wurden wir am Ausgang von einer Horde schnapstrinkender Taxifahrer begrüßt. Dort wurde anscheinend schon auf den Feierabend angestoßen, was sie aber nicht davon abhielt, uns noch zum Hotel zu fahren. In unserem Fall war ein Fahrer an Bord und ein Beifahrer, der die 5 km als Koordinator diente, da er vermutlich nicht mehr fahren durfte. Der eigentliche Fahrer war aufgrund seiner Fahrweise ziemlich sicher noch in der Fahrschule -falls es sowas in Lao gibt- oder ist noch nie ein Fahrzeug mit manueller Schaltung gefahren. 

In Luang Prabang war es im Gegensatz zu den Städten in Vietnam sehr ruhig. Die Laoten sind ein sehr entspanntes Volk und in ihrer Art sehr gemütlich -  bei 40*C Hitze ist das aber vermutlich auch ganz normal. Wir fanden es dort auch so entspannend, dass wir unseren Aufenthalt um drei Nächte verlängerten. Jeden Abend war Nachtmarkt in Luang Prabang, wo allerhand Klimbim angeboten wurde. Klamotten, Kunst und der übliche Firlefanz aber auch diverse Leckereien wie z.B. ein laotisches Nudelbuffet für 1,50€; nebenan war gleich die „Grillstation“, die u.a. eine Art Bratwurst zu bieten hatte oder auch riesige Nackensteaks. In Kombination mit dem Nudelbuffet war das für drei Tage unser Abendessen. Gut und günstig, wie fast immer bisher in Asien. Mein persönliches Highlight in Lao war aber das Beerlao, welches bisher auf der kompletten Reise von Mexiko bis jetzt das eindeutig beste Bier war. Vom Fass aber auch aus der Flasche ein Gedicht. Ich Zitiere:“Beerlao hat seit Jahren kontinuierlich viele internationale Auszeichungen erhalten. Sowohl die internationale Presse als auch Touristen loben Beerlao mit seinem einzigartigen Geschmack. Die Bangkok-Post beispielsweise nennt Beerlao das „Dom Perignon der Biere Asiens“, das Time Magazine bezeichnet Beerlao als das beste Bier Asiens!“  Ich werde mich in Zukunft für den Ausschank von Beerlao im Sportheim in Volkmarsdorf stark machen. 

In Luang Prabang besichtigten wir auch das UXO Museum (UnExploted Ordinance). In diesem Museum geht es um die ca. 270 Millionen Bomben, die die USA in den 60er und 70er Jahren ohne Kriegserklärung auf Lao abgeworfen haben. Gerade an der Grenze zu Vietnam, um den sogenannten Ho-Chi-Minh Trail zu zerstören. Lao ist das meist bombardierte Land der Erde; es wurden mehr Bomben über Lao abgeworfen als über Deutschland und Japan im WW2 zusammen! Im Schnitt wurde das Land neun Jahre lang alle acht Minuten „beschossen“. Bis heute liegen noch etwa 70 Millionen (!) Blindgänger in der Landschaft von Lao; durchschnittlich alle zwei Wochen wird heute noch ein Mensch Opfer amerikanischer Blindgänger. Die Menschen werden verstümmelt oder getötet. 40% der heutigen Opfer sind übrigens Kinder. Die USA haben fast das selbe in Kambodscha angerichtet und seinerzeit zwei stabile asiatische Staaten dem Erdboden gleichgemacht, worunter die heutige Bevölkerung noch stark leidet. „Unglaubliche“ 4,5 Millionen Dollar überweisen die USA jährlich an Lao, um die Blindgängersuche zu unterstützen. Zum Vergleich, seinerzeit kostete die Bombardierung 13 Millionen Dollar pro Tag….

 

Von Luang Prabang sind wir mit einem Kleinbus nach Vieng Vang gefahren. Vieng Vang war in den letzten Jahren dafür bekannt, dass man sich 1. am Ufer des Flusses ordentlich mit Drogen und Alkohol vernebelt und dann 2. den Fluss in einem Gummireifen runter brettert. Leider hat es dabei dann irgendwann diverse Todesfälle von Touristen gegeben, so dass das „Tubing“ verboten wurde und wir uns lediglich auf ersteres konzentrieren konnten. 

Vieng Vang ist eine Pary(klein)stadt, der eigentliche Star der Stadt ist aber das Umland. Die riesigen Karstberge und die dazugehörigen Reisefelder sind wunderschön anzusehen; wie die Halongbucht in Vietnam, nur ohne Bucht. Wir erkundeten die Gegend mit einem Roller und bestiegen einen der Berge. Der Anstieg war bei 38*C die reinste Tortur; es waren zwar nur 400 Meter aber bei der Hitze und der Luftfeuchtigkeit war ich bereits nach 3 Meter völlig durchgeschwitzt. Die ganze Kletterpartie war links und rechts notdürftig mit Bambusstangen gesichert, sau steil und vom Regen total aufgeweicht. Es ist mir ein Rätsel, wie dort manche Menschen mit Flip-Flops hochkommen bzw. heile wieder runter. Dort oben hatte man eine gigantische Aussicht auf die umliegenden Berge. Außerdem stand dort oben ein Moped; wie dieses Moped, was ausschließlich zu Fotozwecken dient, dort hochgekommen ist, wird vermutlich ein laotisches Staatsgeheimnis bleiben. Ansonsten haben wir in Vieng Vang die gute Küche genossen und unsere Billardtechnik weiter verfeinert; so verfeinert, dass Vanessa drei Spiele am Stück gegen mich gewonnen hat. Von Vieng Vang ging es in die Hauptstadt Vientiane; die Fahrt dorthin wird mir als die Schlimmste ever in Erinnerung bleiben. Eigentlich bin ich da echt hart im nehmen und wir sind mittlerweile so gut wie alles gewöhnt aber was der Fahrer dieses Kleinbusses dort auf die Straße gebracht hat, war kriminell. Das sich in Asien oder auch Südamerika keiner an irgendwelche Geschwindigkeitsbegrenzungen hält oder Fahrzeuge die 0,3 Km/h langsamer fahren in allen Lagen, vor Kurven, rechts auf Standstreifen oder in Orten überholt werden, ist mittlerweile völlig normal und man hat sich damit abgefunden. Aber der Verstappen hat selbst da überholt, wo man nicht überholen kann und ist mittig in den Gegenverkehr gefahren. Das ein oder andere Mal musste das Fahrzeug scharf abgebremst werden, sonst wäre es eng geworden. Ja, selbst mir wurde übel, so das ich mir  in der Pause erstmal ne Dose Pringels reindrücken musste. Ob das jetzt von dem ausgiebigen Billardabend samt Beerlao kam oder von dem Fahrstil, sei dahingestellt.  

Vientiane ist die Hauptstadt von Laos aber nicht sonderlich hübsch. Wir fuhren viel Fahrrad und erkundeten die Stadt. 

Wir waren jetzt knapp zwei Wochen in Lao und hatten das Gefühl, dass es wesentlich ruhiger ist als in Vietnam aber auch minimal teurer. Die Laoten sind sowas von nett, gastfreundlich und hilfsbereit, das haben wir in jedem Restaurant oder Hotel gespürt. Lao lässt sich in Kombination mit Vietnam super bereisen und wir können es nur empfehlen!

Elefanten hätten wir nur in sogenannten „Auffangstationen“ angucken können; diese bezahlten Touri-Touri Touren unterstützen wir aber nicht. In freier Wildbahn einen Elefanten in Lao zu sehen, ist ungefähr so, als würdest du bei uns im Volkmarsdorfer Wald nach einem Wildschwein suchen; es ist wohl sehr sehr schwer, die wenigen Exemplare anzutreffen, die es noch gibt. 

Unser ursprünglicher Plan sah vor, dass wir von Vientiane weiter durch Süd-Lao reisen und dann im Süden über die Grenze nach Kambodscha einreisen. Nach langem hin und her, Recherchen etc. haben wir uns erstmal gegen Kambodscha und die Einreise über Land entschieden und somit auch gegen den südlichen Teil von Lao, was sich aber nochmal mit einer Kombination aus Südvietnam gut kombinieren lassen würde. Die Einreise über Land sieht in Kambodscha dann auch einen Dollar dafür vor, wenn man die falschen Schuhe an hat, der Rucksack zu groß, die Visage nicht passt oder man sich über die Korrupten Zustände an der Grenze beschwert; ja gar noch eine Quittung verlangt, warum man einen Dollar zahlen musste, weil die Schnürsenkel offen waren. Kurz gesagt: auf den Zirkus haben wir kein Bock. Des Weiteren sind wir uns nicht ganz sicher, ob wir wieder den selben Effekt haben würden, wie von Neuseeland nach Australien und dann von Kambodscha total enttäuscht wären. Denn: Landschaftsmäßig kann Kambo gegen Vietnam und Laos nicht anstinken und billigen Strandurlaub brauchen wir nicht. Prinzipiell wollen wir in Kambodscha nur Angor Watt sehen, was man von Bangkok super via Flugzeug erreichen kann.

Wir haben uns jetzt so entschieden, dass wir von Vientiane nach Bangkok fliegen, das haben wir heute getan. Hier machen wir jetzt drei Tage Bangkok unsicher, besuchen diverse Table Dance Lokalitäten und fliegen dann am Freitag tatsächlich nach Tokio! Ja, nach Tokio - Japan, nochmal ganz was anderes. Für Japan haben wir uns für jeweils 400€ den Japan-Rail-Pass bestellt und können damit zwei Wochen lang kreuz und quer durch Japan reisen. Mit dem Pass reisen wir aber nicht mit der Bimmelbahn von ICE der DB, sondern mit dem „Shinkansen“. Das Moped fährt dann die 800 Km von Tokio nach Hiroshima in 4,5 Stunden, da guckste aber nicht mehr aus’m Fenster. Einziger Nachteil: Boardbistro soll es nicht geben. Aus Japan aber dann hier mehr, wir haben schon eine ungefähre Reiseroute im Kopf.

Von Japan fliegen wir wieder zurück nach Bangkok und können dann tatsächlich schon langsam das Ende unserer Reise planen. Wir werden uns dann in Thailand noch Chiang Mai angucken und verzichten anschließend bewusst darauf auch Thailand von A nach B und von X nach Y zu bereisen. Wir begeben uns dann 10 Tage nach Koh Tao und machen dort Urlaub! Kein reisen, kein Bus fahren, kein Rucksack schleppen -  einfach mal nix tun! 

Ja und dann? Dann ist es ungefähr Mitte August; vermutlich werden wir uns dann noch Angor Watt in Kambodscha angucken und von da nach Kuala Lumpur fliegen. Bevor wir dann Final auf zweiwöchige Kneipentour mit Nikka & Resi in Sri Lanka gehen. 

Und zum Schluss?

Eine Woche Malediven - falls bezahlbar…

Melden uns aus Japan, Gruß aus Bangkok!    

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