Hallo Australien

Moin aus Australien,

wir befinden uns gerade am Jervis Bay, dieser soll angeblich der weißeste Sandstrand der Welt sein. Dazu gibt es kristallklares, türkises Wasser wie in der Karibik; außerdem wird hier beiläufig auf dem Campingplatz vor Bullenhaien in den Gewässern gewarnt und davon abgeraten hier schwimmen zu gehen - dumm gelaufen. Australien hat schon einen einzigartige Tierwelt, mit der wir tagtäglich Bekanntschaft machen, aber der Reihe nach.

Die letzten Tage in Neuseeland waren irgendwie eigenartig. Wir waren noch in Kaikoura zum Whalewatching, wo ich drauf gewettet hätte, dass wir keinen Pottwal zusehen bekommen. Vor der Tour wird darauf hingewiesen, dass man auf dem Boot schnell seekrank werden kann, was man dann auch an dem unerschöpflichen Arsenal an Kotztüten unschwer erkennen kann. Wir sind da beide ziemlich unempfindlich und dachten uns nichts dabei. Aber dann: mit voller Geschwindigkeit wird in ein Gebiet gebrettert, wo die Wale vermutet werden. Das Boot sprang quasi über die Wellen, bis es abrupt stoppte. Die erfahrene Frau Kapitänin schmiss ihr Wal-Telefon ins Meer und hörte sich um; oben auf dem Deck stand ihre Co-Pilotin und hielt nach Atem-Fontänen der Meeressäuger Ausschau. Ein dritter kommentierte die Schritte des eingespielten Duos leise via Mikrofon, das mitfahrende Publikum hielt gespannt den Atem an, versuchte aber auch gleichzeitig nicht über die Reling zu Reiern. In sämtlichen Freizeitparks war ich immer großer Fan der einfachen Schiffschaukel, hier wurde mir aber auch ein wenig unruhig im Magen. Fazit nach einer Stunde auf dem Wasser: ein Condor, 40 flaue Mägen und eine große vorbeischwimmende Plastikplane, die unter Applaus von der überaus gelangweilt wirkenden Azubine aus dem Wasser gefischt wurde. Plötzlich dann aber Hektik im Ohr von Frau Kapitänin, das Wal-Telefon hat „geklingelt“. Schnell wurde die Richtung bestimmt, wo die Unterhaltung der Wale herkam; die Co-Pilotin suchte hektisch den Horizont nach Fontänen ab. Auf einmal ging alles ganz schnell: Frau Kapitänin sprang wieder hinters Ruder, lies den Motor an und beschleunigte die Sardinenbüchse auf Höchstgeschwindigkeit. Die 40 Passagiere krallten sich irgendwo fest, oder liefen fluchtartig in den Innenraum des Schiffes, um nicht von der Gischt erwischt zu werden und eventuell wieder einen Kameraschaden davonzutragen. Wiedererwartend schwamm dann dort wirklich ein ca. 20 Meter langer Pottwal - unglaublich. Die Wale kommen für kurze Zeit an die Wasseroberfläche, um Luft zu schnappen. Nach ein paar Minuten versinken sie wieder senkrecht im Meer und grüßen zum Schluss mit ihrer gigantischen Schwanzflosse. Eine ganz tolle Erfahrung und super Bilder! Insgesamt haben wir auf der ca. 2,5 stündigen Tour zwei Pottwale für mehrer Minuten beobachten können. Was die 80 € p.P. dann zum Glück auch rechtfertigte.

Auf der Rücktour erreichte uns auf dem Schiff leider noch die  schreckliche Nachricht des Terroranschlags in Christchurch. Niemals hätten wir mit sowas in Neuseeland gerechnet, zumal wir in einem älteren Blogeintrag schonmal davon berichtet hatten, wie friedvoll und entspannt es hier überall zuging. Glücklicherweise hatten wir Christchurch zwei Tage vorher verlassen. Die Stimmung war ab dem Ereignis, wie schon erwähnt, irgendwie eigenartig. Zwei Tage später mussten wir auch nach Christchurch, um unseren Camper abzugeben. Wir verbrachten noch zwei Tage in der Stadt u.a. auch den St. Patricks Day, welcher leider nur sehr dürftig in den Pubs besucht war. Wir hatten den Eindruck, der Stadt ist gerade nicht wirklich nach Feiern zu mute. Das Ende dieser wundervollen Neuseelandreise hatten wir uns sicher irgendwie anders vorgestellt, trotzdem werden wir dieses wunderbare Land und seine einzigartigen Bewohner immer in positiver Erinnerung behalten. Dieses Land ist immer eine Reise wert!  

Letzten Mittwoch landeten wir dann in Melbourne. Melbourne ist sau teuer, was wir vorher schon beim Suchen einer Unterkunft für drei Nächte feststellen mussten. Glücklicherweise fanden wir eine relativ günstige Unterkunft etwas außerhalb vom Stadtzentrum. Die Bewertungen der Bude klangen zwar nicht so berauschend, doch sollte im Erdgeschoss eine Kneipe mit einer illustren Auswahl an gezapften Biersorten beherbergt sein, was ich persönlich erstmal ansprechend fand. Als wir dann an dem Gebäude ankamen und durch die Kneipe zu unserem Zimmer geführt wurden, kam uns fast die Kotze hoch. Wir sind da eigentlich echt hart im nehmen aber sowas widerliches hatten wir beide vorher noch nicht gesehen! Das Zimmer war von oben bis unten dreckig! Auf dem Teppichboden, wenn man es noch Teppichboden nennen kann, lagen Zigarettenreste und anderer undefinierbarer Müll. Garniert wurde der Boden von unzähligen Teppichresten, die vermutlich von der Maus aus Langerweile abgenagt wurden, da sie der hinter dem Bett stehenden Giftfalle anscheinend noch keine Aufmerksamkeit geschenkt hatte. Das Fenster konnte man nicht öffnen, das Bett und dazugehörige Decken etc. waren voller Flecken und anderem „will ich garnicht wissen“. Auf die Sanitäranlagen und die Küche gehe ich gar nicht weiter ein - Vanessa kocht nämlich gerade. Nach kurzer Überlegung, schnappten wir unsere Rucksäcke und stellten die Dame, welche gleichzeitig als Zapferin in der Kneipe nebenan fungierte, zur Rede. Die arme Frau bedankte sich für unsere Ehrlichkeit und wirkte so, als wären wir nicht die ersten Gäste, die nach fünf Minuten wieder auschecken. Sie entschuldigte sich und wies darauf hin, dass die Putzfrau noch nicht da gewesen wäre, diese kommt nämlich nur einmal die Woche. Widerlich! Ohne Widerrede bekamen wir unser Geld zurück und checkten, leider dann ziemlich teuer, mitten im Zentrum von Melbourne ein - dafür aber sauber! 

Wir erkundeten dann 2,5 Tage Melbourne, China-Town, die Barszene mit den unzähligen Rooftopbars und das Hofbräuhaus zum Maß trinken - ein Traum! Ich fand Melbourne, abgesehen von den etwas höheren Preisen, total klasse. Die Stadt hat mit ihren unzähligen dunklen Seitengassen und darin versteckten Bars und Läden richtig Charme. Die Skyline ist nachts genauso schön, wie tagsüber die beeindruckende Graffiti Kunst, wie z.B. die ACDC-Lane. Wir aßen original chinesische Dumplings in China Town; in dem Laden ging es zu wie im Wespennest - chaotisch, laut, hektisch aber auch schön scharf und lecker. Dumplings sind prinzipiell das selbe wie Pelmenis. 

Letzten Samstag haben wir dann unseren neuen Camper „Britta“ abgeholt. Britta ist das selbe Modell wie Bernd, bloß scheint es eine große und eine kleine Baureihe des Modells zu geben - jetzt haben wir die etwas kleinere. Am ersten Tag fuhren wir direkt die Great-Ocean-Road zu den 12 Aposteln und übernachteten auf einem Campingplatz in der Nähe. Die Eingewöhnung mit Britta läuft prima - am Sonntag bin ich rückwärts gegen einen Baum gefahren und vorgestern über die Abwasserwanne. Von dem Baum sieht man zum Glück nichts und das Malheur mit der Wanne haben wir erst am nächsten Campingplatz gemerkt, dass diese noch in Canberra steht - vermutlich platt gewalzt. Canberra, die Hauptstadt von Australien, fanden wir ziemlich öde. Das Museum, wo es um die australische Geschichte geht, war ganz nett, da es auch gratis war. Gestern sind uns auch die ersten Kängurus, Opossums, Pfaue etc. über den Weg gelaufen. Die Opossums prügeln sich die ganze Nacht rund um unseren Camper und geben nervende Schreie von sich, die Kängurus sind wiederum sehr zutraulich. Vor Schlangen, Spinnen und Haien sollen wir uns in Acht nehmen - na sowas!?. 

Bisher beeindruckt uns Australien lange nicht so wie Neuseeland, aber es geht ja jetzt auch erst richtig los. Wir fahren jetzt in die Blue Mountains zum wandern.

Sonst geht es uns prima! Samstag ist Wurstsammeln in Volkmarsdorf - Prost und bis zum nächsten Jahr! #wurststange

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Kommentare: 1
  • #1

    Jaane Fricke (Freitag, 10 Mai 2019 22:20)

    Hallo lieber Mario,
    Ich hoffe du hast eine tolle Reise . Das Wurstsammeln ist gut gelaufen es waren witzige Kostüme.

    Viel Spaß noch Deine Jaane