Wir starten unseren NZ Roadtrip!

Hallo und die ersten Grüße aus Neuseeland,

es ist Montag, eine Woche auf dieser wundervollen Insel liegt schon hinter uns. Hier ist Sommer! Derzeit befinden uns auf der Nordinsel am Cooks Beach, sitzen vor unserem luxuriösen 18,60m Caravan mit eigenem Stück Garten und trinken Steinlager aus grünen Flaschen - nicht zu verwechseln mit Steinhäger aus braunen Flaschen. Ja, was haben wir so gemacht in letzter Zeit? Letzten Sonntag sind wir nach 13 Stunden Flug aus Buenos Aires in Auckland gelandet. Beim Gepäck abholen musste ich leider feststellen, dass mein Rucksack geöffnet wurde und dabei das Flightbag draufgegangen ist; die Kollegen haben den Reisverschluss rausgerissen anstatt das Schloss zu trennen. Meine Alutrinkflasche ist seit dem leider auch verschollen. Auch bei der Einreise wurden wir nochmal komplett gefilzt - so mussten wir unsere Wanderschuhe vorzeigen, damit die Neuseeländer sicher gehen konnten, dass wir keine fremden Überreste patagonischer Biokulturen einführen. Nach ausgiebiger Inspektion meiner nach Rosen duftenden Wanderschuhe, blieb der Bio-Beamte glücklicherweise auf den Beinen und ließ uns und unsere sauberen Pötten einreisen. Im Nachhinein haben wir uns ein wenig geärgert, so wurden doch die nicht so reinlichen Wanderschuhe kostenlos auf Hochglanz poliert. Wir checkten in einem günstigen AirBnb ein und schauten uns bei strahlendem Sonnenschein die „City of Sails“ an. Auckland ist natürlich preislich nicht mehr Südamerika, das merkten wir, als wir uns zum Mittag einen Lamachun gönnten. Ja, richtig: Lamachun! Es gab Dönerbuden in Auckland, wo der Lamachun dann auch schlappe 8 € kostete - egal, wir konnten nicht widerstehen. Wir verbrachten zwei schöne Tage in Auckland, welches vom Wasser doch irgendwie an die Skyline von Seattle erinnert. 

Letzten Dienstag haben wir dann unseren Camper abgeholt. Er heißt Bernd, hat 330.000 Kilometer auf dem Buckel und einen eigenen Kühlschrank + Kochfeld. Der Kühlschrank röhrt so dermaßen laut, das man denkt er vibriert sich von selbst aus dem Schrank. Die Kiste ist 10 Jahre alt und war auf dem Hof vom Vermieter mit Abstand das kleinste und schäbigste Mobil; wir waren aber auch mit Abstand die jüngsten Mieter, nach uns kam nur noch „Rente“. Wir mögen Bernd und er läuft prima! Leider gab es bei der Vermietung nur eine schlampige Einweisung für das Fahrzeug, so dass ich dann bei all der Aufregung wegen Linksverkehr etc. die ersten 5 Km mit angezogener Handbremse, offener Klappe für die Gasflasche und runterbaumelnder Steckerabdeckung durch die Stadt gefahren bin - ging alles glimpflich aus. Bevor unser Roadtrip richtig los ging, mussten wir uns im Supermarkt erstmal mit Lebensmitteln eindecken. Kartoffeln, Pasta, Haferflocken, Bier, Wasser und sämtlicher anderer Bums: 160 €! Ja, es ist nicht viel günstiger als in Deutschland dachten wir uns. Ich habe es übrigens auch geschafft, im Kiwiland Neuseeland, die importierten Kiwis aus Italien zu kaufen - muss mir ja auch mal einer sagen, dass die hier Kiwis importieren! Importieren wir in Deutschland Kartoffeln? Jetzt weiß ich aber Bescheid - die italienischen Kiwis sind die, die wir kennen: raues Fell und von innen grün. Die neuseeländischen Kiwis haben ein glattes Fell, sehen eher aus wie eine Kartoffel und sind von innen eher gelb und etwas weicher. Nachdem wir dann drei Stunden später den ganzen Einkauf in Bernds Bauch verstaut hatten, machten wir uns direkt auf den Weg Richtung Cape Reinga, das ist die Nordspitze Neuseelands. Auf der Tour dorthin haben wir immer auf malerischen Campingplätzen direkt am Meer gestanden und sind mit Wellengeräuschen eingeschlafen und wach geworden. Das gute ist, dass Bernd den heißbegehrten „Self Containend“ Aufkleber am Kofferraum kleben hat. Das heißt in Neuseeland soviel wie: Selbstversorgung. Damit dürfen wir auch auf Campingplätzen stehen die nicht mal ein Klo haben, da wir theoretisch ein Campingklo für den absoluten Notfall dabei haben. Das kleine „Scheißhaus“ habe ich direkt am Abfahrtstag unterm Dach im Camper unerreichbar verstaut, dass ja keiner auf „beschissene“ Ideen kommt. Diese staatlichen „Self Containend“ Campingplätze sind meistens umsonst, liegen wie gesagt direkt am Meer und sind wirklich nur einfache Stellplätze. Toiletten und Duschen wurden dann meistens ca. 150 Meter „zufällig“ mal aufgestellt. Am 90 Mile Beach darf man den Strand sogar mit dem Auto befahren, da dieser endlos breit ist und eine relativ harte Oberfläche hat. Empfohlen wird dazu jedoch ein Allradantrieb, was uns bzw. mich als Fahrer nicht großartig interessiert hat. Auf dem Strand kamen wir prima voran, beim Versuch den Strand wieder zu verlassen, sind wir leider festgefahren. Durch ein wenig Spur festtreten, ein paar mal Anlauf nehmen und dabei immer cool und selbstsicher den Ellenbogen aus dem Fenster lehnend, düsten wir irgendwann an den interessiert guckenden Neuseeländern vorbei auf festen Untergrund. Kein Thema für Bernd! 

Die Strände, das türkise Meer und Temperaturen von ca. 26*C erinnern hier im Norden Neuseelands irgendwie mehr an die Südsee. Die Maori Kultur ist allgegenwärtig, Orte wie: Waiharara, Kaitaia, Waipapakauri oder Pukenui sind ganz normal in Neuseeland; diese „Zugenbrecher-Orte“ sind zahllos über die Inseln verteilt. Die englische Aussprache ist auch hier tatsächlich sehr britisch wie wir finden, macht ja auch irgendwie Sinn. Rugby ist hier das was bei uns Fussball ist, genauso angesagt ist surfen. Bier gibts erst ab 25 und in Verbindung unser beider Reisepässe - wat nen Glück!

Sonst gibt es noch nicht viel zu berichten. Wir genießen gerade die Mobilität, Wetter, Land und Leute. Morgen besuchen wir das Original Hobbitdorf aus der Hobbit bzw. Herr der Ringe Trilogie. In einer Woche fahren wir für vier Wochen auf die Südinsel, vorher melden wir uns nochmal.

 

Titiro ki a koe!

Kommentar schreiben

Kommentare: 0