CDMX

Moin,

Achtung! In Mexiko Stadt wird man auf offener Straße überfallen, bloß nicht im Dunkeln durch die Stadt gehen oder keine Wertsachen am Körper tragen - niemals ein Taxi nehmen! Die Liste war lang, was wir im Vorfeld über diese Mega-City gelesen hatten. Im Nachhinein hat sich glücklicherweise nichts von den Warnungen bestätigt. Natürlich hatten wir Respekt vor der Stadt und haben auch die Stadtviertel rot markiert, welche wir nicht unbedingt besuchen sollten, aber der Reihe nach.

Schon der Anflug auf „Aeropuerto Internacional de la Ciudad de México“, bzw. die Stadt, war wundervoll. Ein riesiges Lichtermeer, wo das Ende selbst aus der Luft nicht zu erblicken war. Es wohnen 21 Millionen Menschen in dieser Stadt, was nochmal alles toppt, was wir bisher an Metropolen auf der Welt gesehen haben. Die Taxifahrt zum Hotel lief problemlos und man bekam auf der Tour schon einen ersten Eindruck von der Stadt. Das Hotel lag prima im Stadtteil Roma Norte und war gut, günstig und sauber. So sauber, dass ich direkt meine Zahnbürste im Klo versenkt habe. Mutti hat früher schon immer gesagt: „Klodeckel runter!“

Am Sonntag sind wir direkt ins Anthropologische Museum und in den Park von Chapultepec. Im gleichnamigen Schloss ist das Historische Museum von Mexiko City untergebracht. Mit Hilfe einer ehemaligen mexikanischen Kommilitonin von Vanessa haben wir uns einen Crash-Kurs in Mexikanischer Geschichte abgeholt. Es ging los bei den Mayas bzw. Azteken um 500 n. Chr. über „Neu Spanien“ bis zur Mexikanischen Revolution im Jahre 1910. Sehr beeindruckend! Der Einfluss der Spanier ist in der Stadt nicht zu übersehen, wenn man nicht wüsste, dass man in Mexiko City ist, könnte man auch ohne weiteres denken, man stehe in der Mitte einer europäischen Metropole. Die Stadt ist auf einem ausgetrockneten See angelegt, speziell der Stadtkern „Centro Historico“ ist auf einer alten Aztekenstadt erbaut. Durch den weichen Boden in der Stadt sacken viele alte und schwere Gebäude ab. Man kann es mit bloßem Auge sehen, wie windschief die Gebäude in den Straßen stehen. Paradebeispiel ist die  „Catedral Metropolitana de la Asunción de María de la Ciudad de México“ - riesige Hütte! Wenn man davor auf dem „Plaza de la Constitución“ oder auch im Innenraum steht, sieht jeder Laie, dass da irgendwas nicht mehr „im Lot“ ist - man erkennt es selbst auf Fotos. 

Das Land, die Stadt und vor allem der „Plaza de la Constitución“ stehen derzeit ganz im Zeichen des „Dia de los Muertos“ (James Bond; Spectre), dem mexikanische Totentag. Die ganze Stadt ist mit Totenköpfen, Skeletten und anderen stimmungsvollen Kreaturen geschmückt, dazu kam noch Halloween, was hier natürlich auch ganz anders abgefeiert wird als bei uns.

Sonst ist die Stadt in fünf Tagen fast nicht greifbar, sie ist einfach zu groß. Wir haben sogar noch eine Nacht verlängert, weil ich auf die glorreiche Idee kam mich tätowieren zu lassen. Das nahm fast den ganzen Tag in Anspruch, da meine Spanischkenntnisse sich auf das bestellen von Eiern beschränken und deren Englischkenntnisse so gut wie nicht vorhanden waren. Abenteuerlich, aber das Ergebnis kann sich sehen lassen. Außerdem geht es sehr hektisch zu, die Stadt scheint mit dem Verkehrsaufkommen überfordert, es gibt mehr Taxis als in New York und mehr Straßenhändler, die einem sämtlichen Bums verkaufen wollen, als in der Türkei. Schuhputzer an jeder Ecke, Wahnsinn wie schnell die die Pötten „abledern“.  Aber irgendwie passt das alles zu dieser Stadt und gibt dem Ganzen einen gewissen Charme. Als wir auf den „Torre Latino Americano“ waren, ein Bürogebäude mit Aussichtsplattform, konnte man erahnen, was für Ausmaße die ganze Stadt hat. 

CDMX hat nicht nur geschichtlich einiges zu bieten, kulinarisch sind wir auch wieder voll auf unsere Kosten gekommen. Ob nun typischer Mexikanischer Street-Food im Park, Italienisch in Condesa oder diverse kleine Cafés, wo man super frühstücken konnte. Alles für unsere Verhältnisse auch ziemlich günstig. Eines haben aber alle gemeinsam: Scharf! Morgens zum Frühstück gebratene Eier mit Habaneros und dazu Brot mit einem Chili-Dip. Das war meistens schon so scharf, dass mir der Hut weggeflogen ist. Abends dann Tacos, Pasta oder Enchiladas, dazu gab es immer diverse scharfe Dips mit Brot, die hauptsächlich aus Habaneros oder anderen leicht entzündlichen Materialien bestanden. Ich habe ja schon immer ganz gern mal scharf gegessen, jedoch ist das hier nochmal eine andere Liga; mittlerweile könnte ich ohne Probleme eine Tasse Rohreiniger zum Frühstück trinken. Im Allgemeinen sagt mir und auch Vanessa die mexikanische Küche sehr zu! 

Anfangs erwähnte ich die ganzen Schauergeschichten, welche wir zu 0,0 bestätigen können. Wir haben uns überall frei bewegen können, waren sehr viel (auch im Dunkeln) zu Fuß unterwegs und haben uns zu keiner Zeit unsicher gefühlt. Taxi fahren kein Problem, Uber fahren geht aber noch besser und ist günstiger. Vielleicht hatten wir einfach nur Glück, vielleicht haben wir uns aber auch einfach nur an irgendwelche Regeln gehalten. Wenn man hierzulande nicht nachts mit seiner Spiegelreflexkamera wedelnd durch irgendwelche Problemviertel stolziert, macht man das in fremden Städten erst recht nicht. Dementsprechend können wir nicht davon abraten Mexiko City zu besuchen, im Gegenteil! Wenn man sich eine Woche Zeit nimmt, sich an Regeln hält und einen respektvollen Umgang an den Tag legt, ist es eine der interessantesten und hipsten Städte der Welt!

Wir haben CDMX in Richtung Queretaro verlassen, haben gestern noch die Ruinen von Teotihuacan besucht und ich hab mir eine neue Zahnbürste zugelegt. Samstag gehen wir hier auf eine Party, mit verkleiden und so nem Schnick-Schnack. Wir wurden schon vorgewarnt, dass die Leute gern mal mit uns ein Bier oder Tequila trinken wollen - bitte

Mehr dazu im nächsten Blog.

Gruß in die Heimat!

M

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